Phillip Burmester

Erlössteigerung durch dynamische Ticketpreise (Dynamic Pricing)

Kann ein dynamisches Ticketerlössystem mehr Erlöse für deutsche Proficlubs bringen?

white sox
(exemplarisches Beispiel aus den USA, die White Sox)

In letzter Zeit schwappen immer mehr Trends aus den Staaten nach Deutschland, das neuste Modell um Ticketingerlöse zu steigern ist die Einführung einer Dynamik in den Eintrittspreise von Veranstaltungen. Das Modell ist inbesondere für deutsche Vereine aus dem Profisport interessant. In den USA konnte durch die kurzfristige Anpassung an die Nachfrage vor Spielen ein bemerkenswertes Ergebnis im Abverkauf erzielt werden.
In de Staaten beispielsweise wurde dieses System sehr schnell von viele Mannschaften der MLB, NHL und MLS übernommen. Das Ziel ist es den Umsatz zu steigern und die Auslastung der Stadien zu erhöhen.Die White Sox machen dies beispielhaft in den Staaten.
(Der HSV hat Ansätze von dynamischen Ticketing aber ist zu starr)

Ansätze in Deutschland

Hierzulande wird das System des Dynamic Pricing noch gar nicht eingesetzt. Es gibt teilweise Ansätze z.B beim HSV, der Spiele in einzelne Kategorien einteilt. Einzelne Vereine wie HSV Handball oder Alba Berlin setzten bei gewissen Spielen auf Couponing-Anbieter wie Groupon / Dailydeal.Diese Konzept hat nicht viel mit Dynamik zu tun. Außerdem erreicht man nur eine Kapazitätsauslastung der Eventstätte, wirklich was verdienen können die Vereine nicht, da die Couponing-Anbieter 50% des Preise selber einstreichen.

Einflussfaktoren für dynamic ticket pricing könnten sein:

  1. Das Wetter (Jahreszeit / Regen /Schnell / sonnig/ etc.)
  2. low and top games (Kategorisierung nach High and low Spielen)
  3. Spielansetzung (Am Wochenende, unter der Woche)
  4. Spielzeit (Nachmittags / Abends)
  5. Promotion (Werbung)

(Im Basketball wäre diese Model sehr gut möglich)

Warum funktioniert ein dynamisches Ticketing bis jetzt nicht?

Wesentliche Faktoren weshalb eine dynamische Preisgestaltung in Deutschland noch nicht realisierbar sind,dass die Vereine in Deutschland zum eine eine enorm hohe Fanbindung haben. Diese ist deutlich sensibler als in den USA, deshalb können L.A Heats, New Yankees dieser Welt auch anders mit ihren Anhängern umgehen. Ein weiterer Punkt ist, dass in Deutschland meist 50% oder weit mehr der Karten an Dauerkarteninhaber gehen. Es sind die besten Karten die man im Stadion bekommen kann und dementsprechend unattraktiv. Ungern kaufen sich Leute ihre Tickets und sitzen dann auf schlechteren Plätzen.

Lösungansatz

Der Einsatz eines solches Marketingsinstrumentes zur Steigerung der Ticketverkäufe wird sicherlich in naher Zukunft auch in Deutschland praktikabel zum Einsatz kommen. Jedoch wird eine Realisierung im deutschen Fußball Oberhaus wohl schwer vorstellbar sein, da die Zuschauerzahlen hier bereits eine hohe Auslastung erreicht haben. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Verfahren in unteren Fußballligen eingesetzt wird. Der Zuschauerdurchschnitt in der 2. Bundesliga liegt bei 17.242 (vgl. 2-liga.com) in der Saison 11/12. Hier wäre ein Ansatzpunkt, nachdem man die Dauerkarten verkauft hat, Möglichkeiten der dynamischen Preisgestaltung in betracht zu ziehen.
Was man als Bundesligaclub in der ersten Fußballbundesliga in Betracht ziehen könnte, wäre den Dauerkartenverkauf zu reduzieren, sodass mehr Tickets in den freien Verkauf kommen und so die ohnehin schon große Nachfrage mit einem dynamischen Ticketerlössystem gedeckt werden kann.
Vereine die generell keine Auslastung von über 90% der Eventstätte erreichen, könnten mit diesem Instrument neue Fans gewinnen oder Gelegenheitsfans zu Spielen locken.

Ein Paradebeispiel für Dynamic Ticket Pricing ist im Video zu sehen.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=61dIPpRze_o]

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